Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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128 Jakob von Artevelde.

Laßt mich fortfahren, Mher Bake, ſagte Artevelde, und erzürnt Euch nicht, eh' Ihr wißt, was ich vorſchla⸗ gen werde. Wenn Ihr glaubt, daß ich es mit irgend Jemanden halten wolle oder könne, ſo täuſcht Ihr Euch. Ich gehöre in der That zur Zunft der Weber, aber ich bin Oberhauptmann von Gent, ich kenne daher allein nur das Geſetz und nehme es zur alleinigen Richtſchnur.

Brechen die Weber das Geſetz, ſo werde ich ſie bekämpfen

und ſtrafen, wie ich kann; nehmen die Walkmüller ihre Zuflucht zu ungeſetzlicher Gewalt, ſo greife ich ſie an und bezwinge ſie, ſo weit es meine Macht geſtattet. Ihr habt mich durch freie Wahl über Eure traurigen Zwieſtigkei⸗ ten erhoben; ich blicke mit Trauer, aber mit Unparteilich⸗ keit auf dieſelben herab.... Euch, ihr Mitglieder der Weberei, ſage ich: kein Geſetz zwingt Euch, irgend eine Erhöhung des Tagelohnes zuzugeſtehen, ehe nicht die Collatie der Gilden einen Ausſpruch darüber gefällt hat. Was es auch für Gründe ſein mögen, welche dieſen Aus⸗ ſpruch unmöglich machen, bis jetzt bleibt Ihr innerhalb der Grenzen des geſchriebenen Rechts; aber meint Ihr denn, daß das Geſetz hinreicht, wo die Bruderliebe fehlt? Meint Ihr, die geſellſchaftlichen Einrichtungen ſeien ſo vollkommen, daß der Geiſt der Nachgiebigkeit und Ein⸗ tracht auch nur einen einzigen Tag aufhören dürfe, ſie zu durchdringen und zu befruchten, und würdet Ihr in Eurem menſchlichen Gefühl, in den Lehren des heiligen Glaubens keine Beweggründe finden, um zu thun, was gut und recht iſt, ohne daß ein ſchriftliches Geſetz Euch dazu zwingen müſſe? Der Tuchhandel hat ſich in

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