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Jakob von Artevelde. 127
Tage ſind gleich für Euch und die Eurigen, Ihr müßt ſchaffen und arbeiten ohne Ende, Ihr genießt von der Wohlfahrt des Handels nicht jenen Theil, der Euch recht⸗ mäßig zukommt, und ich ſehe es als eine Pflicht für Je⸗ den an, der es zu thun vermag, dieſe Ungleichheit, an welcher allein ein Zuſammenfluß von Umſtänden Schuld iſt, ſo viel wie möglich zu vermindern. Zugleich aber er⸗ kläre ich Euch, daß nichts Euch berechtigt, eine Erhoͤhung des Tagelohns mit Gewalt zu fordern oder zu verſuchen, ſie durch Aufſtand zu erhalten; Ihr könnt leicht begreifen, daß, wenn das als ein Recht betrachtet würde, jede Zunft täglich in Streit gerathen müßte mit denjenigen, von dem ſie ihren Lohn empfüngt. Wenn die Arbeit frei wäre und jeder beſonders arbeiten könnte nach dem zwi⸗ ſchen ihm und dem Kaufmann feſtgeſtellten Preiſe, dann müßte jeder fordern, was er zu verdienen glaubt; da aber die Arbeit in Flandern durch feſte Geſetze geregelt i*ſt, da der Kaufmann nicht die Freiheit hat, Euern Lohn zu vermindern, ſo könnt Ihr auch nicht die Freiheit ha⸗ ben, ihn nach Willkür zu erhöhen. Die von Euch ſelbſt erwählten Schiedsmänner ſind da, um über ſolche Sachen in Frieden zu vermitteln, und im Falle dieſe es nicht vermöchten, ſo würde die allgemeine Collatie der Dechan⸗ ten und Aeltermänner in letzter Inſtanz einen Ausſpruch über die Zwiſtigkeiten der Zünſte fällen.“
„Es ließ ſich vorausſehen, daß Ihr es mit den We⸗ bern halten würdet,“ rief Jan Bake ärgerlich;„meint man aber uns hier mit ſchönen Worten in den Schlaf zu wiegen, ſo irrt man ſehr.“


