Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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124 Jakob von Artevelde. mit Krieg gegen das wühlende Gent; in ganz Flandern ferner ungehinderte Intriguen der Leligerds und furcht⸗ bare Fortſchritte der Feinde unſerer Unabhängigkeit! Ihr ſeht es, Brüder! Gedeihen, Reichthum, Freiheit, Ruhm, Alles liegt in der Wagſchaale. Das Vaterland i*ſt in Gefahr, es bedarf der vereinigten Kräfte aller ſei⸗ ner Söhne, ſeine Erhaltung verlangt, daß ihm die Strei⸗ tigkeiten zum Opfer gebracht werden ,es ſteht am Rande des Abgrundes, wehklagend ruft es uns zu, daß unſer Haß und unſere Zwietracht es vielleicht ſchon morgen ge⸗ feſſelt der ſchrecklichſten Sklaverei überliefern.... einer wohlverdienten Sklaverei! O verkennt es nicht, die Wahr⸗ heit ſelbſt kann nicht heller ſein! Wohl wußt ich's zu⸗ vor, daß ſich Verwirrungen bilden würden, ſie ſind un⸗ zertrennlich von jeder großen Volksbewegung, und oft⸗ mals die Folge der Wohlfahrt ſelbſt; aber in meinem Stolze als Genter wagte ich zu hoffen, daß das Herz Flanderns, daß unſere Vaterſtadt nie ihre Beſtimmung verleugnen würde, daß ſie nie vergäße, Gott habe ſie zwiſchen ihre Schweſterſtädte geſtellt, um wie ein Stern vorzuleuchten, wie eine Löwin zu wachen und zu rächen. Ach, ich habe mich betrogen; die Genter geben Flandern das Beiſpiel des Zwieſpaltes, des Haſſes und der Eng⸗ herzigkeit; ſie vergeuden den vlämiſchen Heldenmuth in elenden Zwiſtigkeiten; ſie dürſten nach Blut, nach Bru⸗ derblut! Und während ſie mit Leib und Seele verſenkt ſind in einen feigen Kampf der Eiferſucht, ſammeln ſich die Wolken über ihren Häuptern und zuckt der warnende Blitz unbemerkt vor ihrem Auge. Wann werdet Ihr

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