118 Jakob von Artevelde.
Vaernewyck, zu ihm, grüßte ihn mit einem Ausdrucke der Angſt auf dem Geſichte und ſagte:
„Gott behüte das unglückliche Gent! Wißt Ihr, was ſich vorbereitet, Oberhauptmann?“
„Ich ſehe es nur zu wohl, Freund Maes! Wenn uns die Vermittelung nicht alsbald glückt, ſo kann dieſer Tag ein unglückliches Blatt in der Geſchichte der Volks⸗ verirrungen werden.“
„Es ſcheint, als ob die Walkmüller Willens ſeien, die Waffen zu ergreifen, wenn ihnen heute nicht voll⸗ ſtändige Befriedigung wird. Käme es ſo weit, Ober⸗ hauptmann, daß die Zünfte handgemein würden, ſo wäre es doch unſere Pflicht, dazwiſchen zu treten und das Blutvergießen zu hindern.“
„Fürwahr, Ser Maes!] es iſt eine traurige Pflicht; aber werden wir ſie erfüllen können? Ich habe bereits den Hauptleuten der Kirchſpiele meine Befehle ertheilt, ſo viele bewaffnete Bürger wie möglich gegen jeden Vor⸗ fall zu verſammeln. Wißt Ihr, was Euer eigener Bru⸗ der Willem, der Hauptmann von Sanct Jakobs, mir geantwortet hat?— Daß er zur Weberei gehört, und lieber ſein Amt niederlegt, als ſich der Gefahr ausſetzt, in dieſer Sache etwas gegen die Weber unternehmen zu müſſen. Er hat ſich geweigert, die Männer ſeines Kirch⸗ ſpieles zu den Waffen zu rufen, unter dem Vorwande, daß ſie ſämmtlich auf dem Markte ſtänden. Joos Apare, der Hauptmann von Sanct Michiels, iſt dem Vorbilde Mher Willem's gefolgt und hat ſich ebenfalls geweigert, meinen Befehl auszuführen, als Grund angebend, daß
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