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108 Jakob von Artevelde.
licht jedoch eine gährende Menge, welche, Haß und Eifer⸗ ſucht im Herzen, Zorn und Rachſucht in der Bruſt, wie ein kochender Vulkan, die ſchrecklichſte Exploſion der Lei⸗ denſchaften des Volkes anzukündigen ſchien!
Die ganze Stadt war von einem abſcheulichen Vor⸗ gefühl ergriffen. Auf jedem Antlitze konnte man Angſt oder Wuth leſen. Man ſah die Zunftleute, Meiſter wie Geſellen, mit geſenktem Haupte und zu Boden geſchlage⸗ nen Blicken nach dem Freitagsmarkte eilen, zuweilen ein⸗ ander von fern die Fauſt zeigend oder ſich gegenſeitig zur Unverſöhnlichkeit ermahnend. Selbſt uralte Greiſe, deren Rücken ſchon über das Grab gebogen ſchien, ſchleppten ihre ſteifen Glieder nach dem Verſammlungsorte, wo man über den Werth oder die Erniedrigung ihrer Zunft entſcheiden ſollte. In ihren trüben Augen glänzte noch ein Funken Feuer; der Haß ſchien ihre letzten Lebens⸗ kräfte für dieſen Tag geſammelt zu haben.
Mittlerweile ſtanden die Frauen und Jungfrauen haufenweiſe bleich und bebend vor den Thüren und rie⸗ fen Ach und Weh zum Himmel über das Unglück, das die Gemeine bedrohte, oder ſie nahmen auch Theil an dem Zwiſte und ſandten ſich mit einer großen Fluth von Worten und Vorwürfen die höhnendſten Herausforde⸗ rungen zu. Aus den ärmeren Stadtvierteln folgten ſelbſt Frauen ihren Männern auf den Freitagsmarkt und ver⸗ langten noch lauter als dieſe ſelbſt, ſie ſollten, um die Ehre der Zunft zu ſchützen, ſogar den Tod nicht ſcheuen.
Der Freitagsmarkt bot einen eigenthümlichen Anblick dar, namentlich kurze Zeit vor der Stunde der Verſamm⸗
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