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Jakob von Artevelde. 107
Walkmüller und Mitglieder der kleinen Gilden mit Waf⸗ fen durch die Straßen laufen, und Jan Bake ſelbſt hatte, nach der Ausſage einiger Bürger, angekündigt, daß das blutige Spiel am andern Tage gewagt werden ſolle.
Als letztes Mittel, um das Blutvergießen wenigſtens für dieſen Tag noch zu verhindern und, wenn es mög⸗ lich wäre, den Streit beizulegen, ließ Artevelde durch den Stadttrompeter ausrufen, daß die Dechanten aller Gil⸗ den am andern Morgen um neun Uhr im Hochhauſe am Freitagsmarkte ſich verſammeln und entſcheidend über die Streitfrage der Walkmüller wegen des Tagelohnes be⸗ rathen ſollten. Dieſe Verkündigung, da ſie etwas erwar⸗ ten ließ und eine Löſung der Frage verſprach, räumte die Veranlaſſung zu unmittelbarem Streite aus dem Wege; man ſchob alſo alles gewaltſame Unternehmen auf, ob⸗ wohl jede Zunft ſich bereitete, Rache an ihren Gegnern zu nehmen, im Fall die Entſcheidung nicht nach ihrem Sinne ausfalle.
Der folgende Tag war ein ſchöner Maitag; die ſchwüle Lenzſonne goß ihr glänzendes Licht in Strömen über Häuſer und Straßen aus; die Luft, als ob ſie in den Feldern mit Balſamdüften erfüllt worden, verbreitete reges Lebensgefühl in der Bruſt; Alles ſtrahlte von Gluth und Pracht, ſowohl der blaue Himmel droben, als die lachende Natur hier unten. Man hätte ſagen mögen, daß dieſer friſche Tag nichts beſcheinen könne als Lebens luſt und Freude. Ach! in Gent beſchien das junge Lenz


