Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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104 Jakob von Artevelde.

zu ſtützen und deren zahlreiche Mitglieder, indem er ih⸗ rem Hochmuthe ſchmeichelte, ſämmtlich zu ſeinen An⸗ hängern zu machen. Konnte er dieſes Ziel erreichen, ſo durfte er ſich als Herr in Gent betrachten und ſeiner Herrſchſucht und Rachbegierde die Zügel ſchießen laſ⸗ ſen.— Dies glückte ihm vollkommen; denn während Artevelde Niemanden ganz Recht gab und Jeden zur Nachgiebigkeit ermahnte, alſo Alle gegen ſich aufbrachte, ſchrie Denys überall und in allen Tonarten, daß die Walker nicht das mindeſte Recht hätten in ihren Forde⸗ rungen, und es eine Feigheit ſein würde, ihnen eine Er⸗ höhung des Tagelohnes zuzugeſtehen, wobei er prahle⸗ riſch auspoſaunte, daß die Weber die erſte Zunft in Gent ſeien und das Recht hätten, über allen anderen zu ſtehen.

Dies Letztere war im Grunde wahr; die Weberzunft umfaßte in ihrem Schooße alle Tuchhändler und außer⸗ dem noch ſechsundzwanzig anſehnliche Stielen(Zweige), welche ſich mit dem Bereiten der Wolle oder dem Weben der Tuche beſchäftigten. Seit der Wiederbelebung der In⸗ duſtrie waren die Erzeugniſſe der Weber ſehr im Preiſe geſtiegen und dieſe Gilde ungemein reich geworden. Obendrein hatte ſie nach Geſetz und Herkommen den Vorrang vor den beiden anderen Gliedern der Gemeine, namentlich vor den Walkmüllern und den kleinen Zünf⸗ ten, und ihr Dechant war rechtmäßig Oberdechant von Gent.

In ruhigeren Zeiten würde Niemand daran gedacht haben, das moraliſche Uebergewicht der Weber zu be⸗ ſtreiten, als vielleicht hier und da ein alter Walkmüller,

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