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Jakob von Artevelde. 103
hauptmanne bleiben ſolle. Veerle kränkelte zwar noch ſehr; doch kehrte ihre Geſundheit raſch genug zurück, um eine baldige Herſtellung hoffen zu laſſen. Die beiden Ge⸗ liebten lebten daher in ſüßer Erwartung und vergaßen beinahe, was ſich außerhalb des Kreiſes ihrer Neigung zutrug, um ſich ganz ihren heiteren Ausſichten hinzugeben. Denys' Ernennung zum Mitregenten der Gemeine hatte Anfangs einen gewiſſen Stillſtand in dem Zwiſte zwiſchen den Webern und den Walkmüllern zur Folge gehabt. Nicht als ob die Walkmüller darin einen Vor⸗ theil oder eine Genugthuung geſehen; im Gegentheil, die Erhebung des Oberdechanten der Weberzünfte war eine neue Erniedrigung für die anderen Gilden; aber die Weber hatten ſich zum Scheine zu einer Uebereinkunft ge⸗ neigt erwieſen und in Unterhandlungen über die Ver⸗ mehrung des Tagelohnes eingewilligt. Beide Verſamm⸗ lungen blieben jedoch in ihren Zuſammenkünften ſo un⸗ beugſam, daß die Unterſuchung ihrer gegenſeitigen In⸗ tereſſen den Riß zwiſchen ihnen noch vergrößerte. Geeraert Denys, der ſich nach einigen Monaten über⸗ zeugte, daß er auf dem geſetzlichen Wege die Alleinherr⸗ ſchaft in Gent nicht erlangen würde, hatte ſeit geraumer Zeit den Haß zwiſchen den Gilden von Neuem ange⸗ ſchürt und die Unterhandlungen abbrechen laſſen. Er wußte, daß Artevelde ſich vorgenommen, dieſen drohen⸗ den Zwiſt auszugleichen, und ſah darin ein Mittel zur Rache an dem Oberhauptmanne. Dies war jedoch nicht ſein einziger Beweggrund. Er hatte den Plan entwor⸗ fen, ſich ausſchließlich auf die mächtige Gilde der Weber


