Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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100 Jakob von Artevelde.

nicht, die anderen obrigkeitlichen Perſonen zu überzeu⸗ gen, ſo ſuchte er ſie durch eine Fluth von Worten zu gewinnen, und überſchrie Jeden, indem er Niemanden die Gelegenheit ließ, ſeine Anſichten frei zu äußern. Wenn ein unabhängiger Schöffe ſich erkühnte, ihm in der Verſammlung die Schädlichkeit ſeiner Vorſchläge oder die Grundloſigkeit ſeiner Behauptungen zu beweiſen, ſo machte er perſönliche Ausfälle gegen ihn und beleidigte faſt täglich einige der Beiſitzenden.

So war der Schöffenrath ſelbſt die Bühne ewiger Zwiſtigkeiten und Spaltungen geworden. Wohl ver⸗ warf die Mehrzahl faſt immer Denys Vorſchläge, als verderblich für das Heil und die Eintracht der Gemeine; da er ſich aber durch eine parteiliche Minorität unterſtützt ſah und wohl wußte, daß die Verhältniſſe in der Stadt den Schöffenrath kraftlos machten, fuhr er unverſchämt in ſeinen ſichtbaren Beſtrebungen fort, eine Art von ge⸗ waltſamer Alleinherrſchaft zu gewinnen. Dazu verbrei⸗ teten ſeine Anhänger allerlei falſche Gerüchte über das⸗ jenige, was ſich im Schöffenrathe zutrug oder dort ge⸗ ſagt wurde, ſo daß ſehr bald einige der friedlichſten Bei⸗ ſitzer unter dem Vorwande der Krankheit oder aus an⸗ deren Urſachen nicht mehr in die Verſammlung kamen.

Nie hatte der Haß gegen Artevelde heftiger in der Bruſt des Oberdechanten gewüthet, als jetzt, wo er faſt unaufhörlich mit ihm zuſammenſtoßen mußte. Sobald nämlich Denys im Rathe einen unbeſonnenen Vorſchlag machte und denſelben mit Eifer und böſen Reden den Schöffen zur Genehmigung aufdringen wollte, bedurfte

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