Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

„Und verlieren ſie nicht ihr einziges Eigenthum, die Arbeit? Hat die Hungersnoth ſie nicht bei Hunderten weggerafft, Oberdechant? Ich meine nicht, daß die Weberzunft ihre übertriebenen Forderungen ganz be⸗ friedigen ſolle; das wäre eben ſo gefährlich, wie eine entſchiedene Weigerung. In dieſer Streitfrage liegt eine große Gefahr für Gent und für Flandern. Man muß auf beiden Seiten etwas opfern, um die Verſöhnung herbeizuführen. So ſehe ich es an, und ich rathe Euch, wenn Ihr Eurem Vaterlande einen großen Dienſt er⸗ weiſen wollt, ſo bringt Eure Zunft dahin, nachzugeben. Dann wird es ein Leichtes ſein, dieſen drohenden Zwiſt in Freundſchaft zu verwandeln. 14

„Nun denn!l ich will es verſuchen,“ ſagte Denys. „Glücklicher Weiſe iſt mein Einfluß auf die Weber groß; ſonſt wäre es unnütz, dieſe Saite zu berühren; ſie ſind zu ſehr gegen die Walkmüller aufgebracht.“

„Ein wackerer Verſuch, Oberdechant! und Ihr wer⸗ det einen ſchönen Sieg davon tragen. Ich meinerſeits will die Schiedsmänner und Dechanten der Walkmüller zu mäßigeren Forderungen anregen.— Ehe ich Euch verlaſſe, wünſche ich jedoch Eurem Sohne die frohe Nachricht mitzutheilen, und wenn Ihr nichts dagegen habt, mit ihm nach meiner Wohnung zurückzukehren.“

Der Oberdechant ging hinaus und rief ſeinen Sohn. Er kam dann zu Artevelde zurück, faßte ihn bei der Hand und ſagte:

„Alſo, in Freundſchaft! was geſagt iſt, bleibt geſagt, in vollſter Redlichkeit!“

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