Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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92 Jakob von Artevelde.

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die Ehre meines Sohnes bewahren ſelbſt vor dem Scheine einer Schändung.“

„Was wollt Ihr damit ſagen?“ fragte Artevelde mit flammendem Blicke.

„Erzürnt Euch nicht, Oberhauptmann!“ antwortete Denys lächelnd.„Meine Abſicht war nicht, Euch zu beleidigen; aber Ihr wißt, was die Welt ſtets redet über eine Tochter, welche entführt worden iſt. Lieven hat mir die Begebenheit erzählt, und es iſt zwar ein Unglück fuͤr die arme Veerle; wer kann aber ſtraflos gegen den Strom der öffentlichen Meinung anſchwimmen?“

„Ihr weigert Euch alſo, unſere Kinder mit einander zu vermählen? Und iſt das der Grund, den Ihr angebt? Wo bleibt denn die Freundſchaft, die Ihr mir anbotet?“

Der Oberdechant that, als ob er ſich einen Augen⸗ blick bedächte, und antwortete dann:

„Nun dennl ich will mich über Alles wegſetzen, ob⸗ wohl es ein großes Opfer iſt. Nun wohl! Ich gebe meine Einwilligung zu der Heirath.“

„Iſt das ein feſtes Wort, Mher Denys?“

„Die Welt mag ſagen und denken, was ſie willll Mein Entſchluß iſt gefaßt, und Ihr könnt mit vollem Vertrauen annehmen, daß ich mein Wort halte.“

„Wann ſoll die Hochzeit ſtattfinden?“

„Ach! das müßt Ihr ſelbſt am beſten wiſſen. Jung⸗ frau Veerle iſt gefährlich krank; das würde ich vollkom⸗ men an Lieven's Betrübniß merken, wenn er auch nicht unaufhörlich es Himmel und Erde klagte.“

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