Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 91

Bei dieſen Worten reichte er mit freundlichem Lächeln dem Oberhauptmanne die Hand, der ſte annahm und herzlich drückte.

„Alſo wir ſind Freunde,“ ſagte Denys.

„Ich bitte Gott, daß wir es ewig bleiben mögen,“ antwortete Artevelde.— Nach einem Augenblicke ſprach er mit größerer Offenheit:

„Ich habe noch ein beſonderes Geſuch an Euch, Mher Denys!“

„Ich ſehe voraus, wovon Ihr ſprechen wollt,“ be⸗ merkte Denys lachend.

„Wahrſcheinlich!“ entgegnete der Oberhauptmann. „Unſere Kinder lieben einander ſchon ſeit vielen Jahren, Oberdechant. Sie haben von der Feindſchaft, die unter uns herrſchte, außerordentlich gelitten. Es iſt Zeit, daß wir ihrem Schmerze ein Ende machen und ſie belohnen für ihre Standhaftigkeit, die nichts in der Welt ſchwä⸗ chen könnte, weder Rath noch Befehl, weder Verleum⸗ dung noch Unglück. Wenn wir wirklich Freunde ſind, ſo fällt die Scheidewand, die zwiſchen unſeren Kindern aufgerichtet war, von ſelbſt fort. Ich wünſche feurig, daß unſere Verſöhnung durch ein Band des Blutes be⸗ ſiegelt werde. Willigt Ihr ein, daß die Hochzeit zwiſchen Euerem Sohne und meiner Tochter ſobald wie möglich gefeiert werde? Die Genter werden darin ein glänzen⸗ des Zeichen unſerer Freundſchaft ſehen.“

„Ich weiß nicht,“ antwortete Geeraert Denys;„aber ich hätte gewünſcht, daß Ihr mich jetzt noch nicht darum befragtet. Ich bin Vater, Oberhauptmann, und ich muß