Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 89

bin, ſo begreift Ihr wohl, daß die Regierung von Gent Euch beinahe ausſchließlich anvertraut werden wird.“

Geergert Denys betrachtete Artevelde einen Augen⸗ blick mit Erſtaunen und Unglauben. Darauf wandte er, ohne zu antworten, das Haupt ab und verſank in Nach⸗ denken. Bald darauf erſchien jedoch ein Lächeln auf ſei⸗ nem Antlitze, ein finſterer Ausdruck giftiger Freude, gleich dem eines Tigers, der ſeine Beute angrinſt.

Der Oberhauptmann bemerkte es nicht und fuhr fort:

„Wenn wir in der Ausführung unſerer gemein⸗ ſchaftlichen Pflichten Beweggründe finden könnten, um allmählig ein Gefühl gegenſeitiger Achtung oder Freund⸗ ſchaft für einander in unſeren Herzen zuzulaſſen, ſo wäre es ein großes Glück für Gent und für Flandern. Ich zweifele jedoch, daß eine aufrichtige Verſoͤhnung für's Erſte zwiſchen uns möglich ſei, und es ſcheint mir unnöthig, dies zu leugnen. Laßt uns wenigſtens vor den Augen des Volkes Freunde ſein, damit unſer Vorbild den öffent⸗ lichen Frieden wieder herſtellen möge, und die Gemüther antreibe, ihren Haß und Zwiſt fahren zu laſſen. Was uns betrifft, wir werden in der Größe unſerer Sendung die Macht finden, um die Leidenſchaften, die uns von einander entfernt halten, zu bezwingen, wenn überhaupt dergleichen noch unter uns vorherrſchen wird.— Nun denn, Oberdechant! ſagt mir, ob Ihr unter ſolchen Be⸗ dingungen Theil nehmen wollt an Flanderns Erhebung. Urtheilt in voller Freiheit; beſchließt aus Eurem eigenen freien Willen: denn wenn dieſe Amtsgenoſſenſchaft eine OQuelle von größerem Haſſe und größerer Trennung