Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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84 Jakob von Artevelde.

Dieſer tröſtende Traum bemächtigte ſich gewaltſam ſeines Geiſtes und beherrſchte ihn, bis er aufſtehend das Gemach wieder verließ und nach dem Hinterſaale ging. Hier warf er den Mantel um und ſetzte die Kappe auf; dann wechſelte er einige Worte mit ſeiner Gattin und ging darauf langſam über den Calanderberg nach der St. Janskirche zu.

Seine neuen Hoffnungen hatten ſeine Gedanken ſchon ſehr gemildert, und es ſchmerzte ihn faſt nicht mehr, daß er Geeraert Denys aufſuchen mußte. Unterweges ver⸗ größerten ſich dieſe Hoffnungen noch, und er fühlte gleich darauf keinen Haß mehr gegen ſeinen Neider. Der Wunſch nach Freundſchaft mit ihm blieb in ſeiner Bruſt zurück Als er jedoch die Wohnung des Oberdechanten erblickte, warnte ihn eine innere Stimme und ermahnte ihn zur Vorſicht, indem ſie ihn daran erinnerte, welche Geſin⸗ nung der Mann hatte, den er beſuchen wollte. Der Ober⸗ hauptmann faßte die Verhältniſſe genau in's Auge. Sein Antlitz nahm einen würdigen Ausdruck an, ſeine Blicke etwas Kühnes, und er trat ſtolz in das Haus des Ober⸗ dechanten, dem Diener ſagend, daß er Mher Denys zu ſprechen verlange.

Dieſer, vor Verwunderung faſt verſtummend, ver⸗ beugte ſich und öffnete eine Thür, welche nach dem Zim⸗ mer führte, wo ſein Herr ſich befand.

Bei Artevelde's Eintreten ſaß Geergert Denys bei dem Kamin, den Rücken nach der Thür gekehrt. Sein Sohn Lieven ſtand in einem anderen Winkel bei einem Leſepulte und bemerkte jetzt erſt Mher Jakob's Ankunft.

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