Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——jy—

82 Jakob von Artevelde.

auf dem Kreuze, geſchworen haben, nicht zu ruhen, ehe Flandern im vollen Beſitze ſeines Rechtes und ſeiner Un⸗ abhängigkeit ſei? Erinnert Ihr Euch, daß wir in Got⸗ tes Gegenwart gelobten, Alles für das Vaterland zu opfern.... Alles, Alles?“

„Nein, nein!“ rief Artevelde, raſch aufſtehend und die Augen trocknend;„das Schreckliche, das Ihr mir da geſchildert habt, ſoll ſich nicht verwirklichen! Ich ſollte gleichgültig die Sklaverei meines Vaterlandes anſehen, und leben? Nun dennl! es iſt beſchloſſen: was Ihr ver⸗ langt, will ich thun. Ich muß meine Würde als Menſch, mein Gefühl als Vater opfern, meinem Feinde die Waffe in die Hand geben, die mich vielleicht tödtet.— Für Flandern! für Flandern! Dieſer Gedanke heiligt auch die Erniedrigung.“

Der Oberſchöffe umarmte gerührt den Oberhaupt⸗ mann und ſeufzte bei dem Bruderkuſſe.

Während Artevelde, von tiefer Rührung ergriffen, ſprachlos ſtehen blieb, ſagte Ser van Vaernewyck:

„Nun, Mher Jakob, vergebt mir die Mittel, die ich anwandte, um über den Stolz Eures edlen Gemüthes den Sieg davonzutragen. Ich gehorche dem unwider⸗ ſtehlichen Drange der Ereigniſſe und leide ſelbſt bei der Erfüllung meiner Pflichten. Kaum iſt hier meine trübe Sendung geendet, ſo muß ich nach dem Schöffenrathe

eilen, um dort abſcheuliche Beſtrebungen zu bekämpfen. Muth und Vertrauen, Freund! Dereinſt wollen wir freudig auf unſere Laufbahn zurückſehen und uns mit Stolz deſſen erinnern, was wir für unſer theures Vater⸗

land opfern

dem in d nigſt ihn begel 4 geſchl auf d ſinnen bewu ruhte, der, ſ Antlit ſüßes ſeine In der einem nun n niedrig dechand Feindſ Lieven Kind, konnte und fre gute Lit