Jakob von Artevelde.
Bei dieſen feierlichen Worten des Oberſchöffen ſenkte Artevelde das Haupt tief auf die Bruſt, wie Jemand, der ſich in ein unumſtößliches Urtheil ergiebt.
Ser van Vaernewyck fuhr mit ſteigender Kraft und in rührendem Tone fort:
„Jakob von Artevelde hat das Kreuz von ſeinen Schultern geworfen! Geeraert Denys iſt der Oberhaupt⸗ mann von Flandern! Von dieſem Augenblicke an wen⸗ den ſich die eigenen Freunde des Oberdechanten gegen ihn; denn der Neid verfolgt immer den Hochſtehenden. Die friedlichen Leute, welche jetzt Kraft gefunden haben, weil es zu bekämpfen und nicht zu vertheidigen gilt, er⸗ heben ſich gegen dieſen neuen Führer; dieſer ſieht ſich verlaſſen und ſucht in Gewalt und Rache, was ihm an Vernunft mangelt. Der Bürgerkrieg entzündet ſich wie ein verheerendes Feuer in allen Provinzen Flanderns; kein Wille leitet, kein Befehl zwingt, kein Heldenmuth rettet; Alles geräth in Verwirrung, die Gemüther wie die Dinge. Dann kommt Frankreich! Es ſendet unſern Grafen als Werkzeug ſeiner Abſichten; Dendermonde empfängt die Leligerds; die allgemeine Unzufriedenheit
vermehrt das Heer der Freiheitsfeinde. In jeder Stadt bilden ſich zwei Parteien, die einander blutig gegenüber ſtehen, und den Fremden vergeſſen, um in thörichten Streitigkeiten Zeit und Muth zu zerſplittern. Man wird ermüdet, gelähmt, erſchöpft, und wenn der Ruf: Flan⸗ dern den Löwen! ſich wie ein Schrei der Todesgefahr über das kraftloſe Flandern erſtreckt, ſo antwortet auch nicht eine einzige Stimme auf den Nothſchrei des Vater⸗
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