Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Maes van Vaernewyck die Sache zu bereden. Er wird mir rathen, was ich thun ſoll. Sprich unterdeſſen nicht davon, und findeſt Du mich heute Abend um acht Uhr nicht zu Hauſe, ſo denke, ich ſei nach Veurne auf die Jagd gegangen. Auf Wiederſehen! Ich will die Zeit nicht verlieren; es wird ſonſt zu ſpät.

Lieven blieb noch einen Augenblick an dem Orte ſtehen. Er vergaß bald, was Ghelnoot ihm geſagt hatte, und gab ſich ganz dem größeren Verdruſſe und dem tie⸗ feren Schrecken hin, die ihn ſeit den Verwünſchungen ſeines Vaters ergriffen hatten. Von den peinlichſten Gedanken verfolgt, durchſchritt er langſamen Ganges die ganze Stadt, blieb hier und dort auf den Brücken ſtehen, um in das fließende Waſſer zu blicken, und befand ſich gegen Abend vor der Pforte des großen Beggynenhofes, ohne zu wiſſen, wie er dorthin gekommen war. Die Thurmglocke läutete zur Vesper, und viele Bürger und Frauen aus der Nachbarſchaft traten in den Hof, um dem Gottesdienſte beizuwohnen. Drinnen auf dem Plane ſah man in der halben Dunkelheit die Beggynen aus ih⸗ ren Wohnungen treten und nach der Kirche eilen.

Lieven ſtand dort eine Zeit lang regungslos vor der Pforte, jeder Beggyne mit den Blicken folgend, während das Herz ihm in der beunruhigten Bruſt heftig pochte. Fortgezogen von einer unwiderſtehlichen Begierde, Veerle zu ſehen und in ihrem Anblicke Troſt und Erleuchtung zu finden, trat er endlich mit ſchüchternem Schritte in die Kirche und kam dort an, als der Abendgeſang bereits begonnen war.

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