Jakob von Artevelde.
„Mich bekämpfen und dem Tyrannen anhängen, das allein iſt Tugend; mich verrathen und verkaufen, wie Du es gethan haſt, das iſt Heldenmuth und Vaterlands⸗ liebe! Es iſt ſchon lange her, und Du haſt bis jetzt dar⸗ über ſchweigen und heucheln koͤnnen! Ein abſonderlicher Zufall mußte mir Deine Falſchheit offenbaren!— Du biſt es alſo, der dem Oberhauptmanne Kenntniß von unſerem Plane gegeben hat, in dem Augenblicke, wo wir das Volk befreien wollten von der ſchändlichen Skla⸗ verei! Wahrſcheinlich haſt Du da auch geſagt, daß Dein Vater der vornehmſte Anführer des Aufſtandes war! Du haſt ihn verrathen und ihn den Händen ſeines Erz⸗ feindes überliefert.— Und er, er hat mir Gnade be⸗ wieſen.... bis es ihm gefällt, mein Haupt auf das Schaffot rollen zu laſſen..... Ach! dieſer Gedanke frißt mir das Herz ab und jagt mir das Blut flammend durch die Adern! Welche Strafe würde groß genug ſein, um Dich für Deinen Vatermord büßen zu laſſen? Der Tod? Nein, der Tod allein wäre zu ſüß; meinen Fluch haſt Du verdient!“
„Ach, um Gottes willen, Vater, höre mich,“ fiel Lieven ihm in die Rede,„und urtheile dann! Es iſt wahr, ich habe das Geheimniß der Verſchwörung durch Zufall im Munde von Jan Sporrelynck überraſcht und es Mher Ghelnoot van Lens mitgetheilt, damit er Maß⸗ regeln träfe, um den Anſchlag gegen Mher Artevelde und gegen das Heil Flanderns zu vereiteln. Aber nie⸗ mals iſt der Name meines Vaters über meine Lippen gekommen, um Etwas zu ſagen, das ihm hätte Nach⸗
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