Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

grauſam zurückſtieß, ſo oft derſelbe ihn zu tröſten ſuchte, ſo ward dieſer endlich von Furcht erfüllt und trauerte im Stillen über das Leiden ſeines Vaters, deſſen wahre Urſache er nicht verkennen konnte. Zwiſchen Vater und Sohn trat nun eine ſprachloſe Entfernung ein, und ſie lebten in derſelben Wohnung mit einander, als ob ſie einander fremd geworden wären.

Noch eine andere Urſache des Schmerzes drückte das Haupt des guten Lieven nieder: Veerle hatte während der Gefangenſchaft ihres Vaters die beſtändige Angſt und Sorge um denſelben mit ſcheinbarer Kraft ertragen; nach ſeiner Befreiung war ſie jedoch ſo ſehr in Erſchö⸗ pfung verſunken, daß ſie auf die anhaltende Bitte ihrer Muhme und mit Lieven's Zuſtimmung auf einige Mo⸗ nate in den großen Beggynhof gezogen war, um dort als Beggyne fern von der Welt und im Dienſte Gottes zu verſuchen, ob die Ruhe und Stille ihr die verlorene Geſundheit zurückgeben würden.

Jetzt konnte Lieven ſeine geliebte Veerle wöchentlich nur einmal am Sonntage beſuchen, wenn er mit Frau Artevelde oder mit dem Oberhauptmanne ſelbſt den Nachmittag im Beggynhofe zubrachte. Mitunter, wenn er ſeiner Sehnſucht nach der Nähe der Geliebten nicht länger Widerſtand leiſten konnte, begab er ſich nach dem Beggynhofe, um dort die Meſſe zu hören. Dann konnte er zu Zeiten einen flüchtigen Blick auf Veerle werfen, welche mit gebeugtem Haupte in der Tiefe der Kirche zwiſchen den anderen Beggynen ſaß und betete; oder es gelang ihm, am Ende der Meſſe bei dem Heraus⸗