12 Sakob von Artevelde.
theils beruhigt wurde. Dies ließ die Leligerds und die Feinde des weiſen Mannes wieder auf eine Zeit lang im Dunkeln verſchwinden.
Geeraert Denys, durch das Urtheil der Schöffenbank machtlos gegen Artevelde geworden, der im Herzen ein⸗ räumen mußte, daß ſeine Rachſucht, wie jetzt die Sachen ſtanden, lange nicht befriedigt werden würde, war mit ſeiner dunkeln Seele in den Abgrund eines grenzenloſen Leides verſunken. Das Feuer der Misgunſt brannte in ſeinem Herzen und verzehrte ſein Fleiſch; er ward mager; ſeine Augen ſanken in ihren Höhlen ein; eine gelbe Farbe breitete ſich über ſein Antlitz und ein beſtändiges Lächeln voll Gift zuckte krampfhaft um ſeine Lippen, während ſeine Stimme einen ſchrillen Ton bekam, welcher den Zuhörer ſchaudern machte, gleichſam als ob dieſer erra⸗ then könne, daß ſie aus einer zerriſſenen Bruſt aufſteige.
Sehr ſelten verließ der Oberdechant ſeine Wohnung; ganze Tage ſaß er, das Haupt auf die Hand geſtützt, neben dem Kamine, ſtumm in die Aſche blickend und einigen Troſt in den wildeſten Träumen der Rache und der Bosheit ſuchend. Begab er ſich mitunter auf die Straße, ſo geſchah dies meiſt des Abends, um mit Muggelyn und anderen verborgenen Werkzeugen ſeines Haſſes ſich in Schmähungen gegen den Oberhauptmann zu ergehen und ſchändliche Verleumdungen gegen den⸗ ſelben zu brauen.
Mit ſeinem Sohne Lieven war Denys über die Maßen rauh, wenn dieſer ihn anſprach; etwas, das jetzt ſehr ſelten geſchah. Da er den armen Jüngling
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