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Jakob von Artevelde. 11
der Stadt Ypern befahl nun den Poperinghern, ihre Privilegien zu ehren und die neuen Webeſtühle zu ver⸗ nichten. Aber dieſen Befehl nicht achtend, ergriffen die Bürger von Poperinghe die Waffen und zeigten ſich be⸗ reit, ihre Induſtrie gegen jegliche Gewalt zu vertheidigen. Hierauf befahl die Schöffenhank von Ypern dem Ober⸗ hauptmanne, Ser Jan van Houtkercke, mit einem kleinen Corps nach Poperinghe zu ziehen. Nach einigen bluti⸗ gen Scharmützeln wurden die Männer der eiferſüchtigen Städte in einem ſchrecklichen Gefechte mit einander hand⸗ gemein. Der Hauptmann der Poperingher wurde mit einer anſehnlichen Zahl der Seinigen erſchlagen und ganze Banden Gefangener nach Ypern gebracht. Dar⸗ auf wurden Langemark und Rennighelſt nebſt dem Schloſſe zu Rennighe von den Pperlingen verwüſtet und in Aſche gelegt.
In anderen Städten entſprangen gleichfalls bekla⸗ genswerthe Blutvergießen aus dieſem Zwiſte, welcher über ganz Flandern zwiſchen den großen und kleinen Gemeinen fortherrſchte. Die Feinde des Oberhaupt⸗ manns ſahen in dieſem Streite ein Mittel, ihn von die⸗ ſer Seite anzugreifen, und fachten das Feuer, wo ſie konnten, an, indem ſie hofften, daß es zuletzt in einen entſcheidenden Bürgerkrieg ausbrechen würde.
Es glückte jedoch Artevelde, einige Städte zu einer freieren Auffaſſung ihrer Privilegien und viele der klei⸗ neren Gemeinen zur Anerkennung der beſtehenden Vor⸗ rechte zu überreden, ſo daß das drohende Ungewitter für damals, wenn auch nicht ganz abgewehrt, doch größten⸗


