10 Jakob von Artevelde.
geſellten ſich allmählig den Freunden v deihen und Unabhängigkeit zu; die Uebrigen warteten mit erbittertem Gemüthe, bis neue Begebenheiten ihnen die Gelegenheit an die Hand geben würden, den Ober⸗ hauptmann mit einiger Hoffnung auf guten Erfolg öf⸗ fentlich angreifen zu können. Die Verleumdung hörte jedoch mittlerweile nicht auf, Alles anzuwenden, um Artevelde als Menſch wie als Staatsmann wenigſtens in einem zweifelhaften Lichte erſcheinen zu laſſen. Dieſe Bemühungen trugen indeß ſo ſehr den Stempel der Furcht und Schüchternheit, daß ſie damals den Einfluß des Oberhauptmanns durchaus nicht ſchwächten.
Die Entmuthigung dieſer böſen Beſtrebungen ſchenkte Flandern eine lange Ruhe, während welcher die Ent⸗ wickelung der Gewerbe und des Handels faſt die Gren⸗ zen des Möglichen überſchritt und der höchſte Wohlſtand ſich bis in die geringſte Hütte des Landmanns verbreitete.
Ohne daß man vermuthen konnte, welche verborgene Hand die vergeſſene Brandfackel des Gewerbſtreites von Neuem unter das Volk geſchleudert hatte, entſtand plötz⸗ lich in verſchiedenen Provinzen des Landes eine furcht⸗ bare Gährung der Gemüther über die unentſchieden ge⸗ bliebenen Streitpunkte hinſichtlich der Wollenweberei, deren Alleinhandel die großen Städte behalten wollten.
Die Einwohner von Poperinghe hatten eine große Anzahl Webeſtühle eingerichtet, um das berühmte Ypern“⸗ ſche feine Tuch nachzumachen, und dies war ihnen ſo ſehr geglückt, daß ſie vielleicht binnen Kurzem die Ypern'ſchen Arbeiter übertroffen haben würden. Die Schöffenbank
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