Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 9

wollten ihm ſeine Forderungen zum Beſten Frankreichs glücken; hinſichtlich dieſes Punktes fand er die Gemei⸗ nen ſo ſtandhaft, und ſie wieſen ſein Verlangen ſo kühl zurück, daß er jedes Mal nach kurzem Aufenthalte un⸗ verrichteter Sache wieder nach Frankreich zurückkehrte. Mehr als ein Mal hatte ſich Artevelde zu ihm begeben und ſeine ganze Beredſamkeit angewandt, um dem Für⸗ ſten begreiflich zu machen, wie mächtig und geliebt er in Flandern ſein könne, wenn er redlich das Bündniß mit England auch für ſich ſelbſt annehmen wolle. Wieder⸗ holt bat er ihn, Flandern ſeinen geſetzlichen Grafen zu⸗ rückzugeben, und verſprach ihm in dieſem Falle, Alles ſeinem Dienſte zu weihen. Ludwig blieb jedoch unbe⸗ zwinglich in ſeiner Anhänglichkeit an Philipp von Va⸗ lois. Er erkannte zwar oft an, daß Artevelde mit außer⸗ ordentlicher geiſtiger Kraft begabt ſei und für einen Bürger eine faſt wunderbare Kenntniß von politiſchen Dingen beſitze; er ſah wohl ein, daß die Politik des weiſen Mannes Flandern auf den Gipfel der Macht und des Reichthums gehoben habe; aber dies Alles reichte nicht hin, um ihn den franzöſiſchen Intereſſen abwendig zu machen; er blieb dem Fremdling ergeben und erklärte endlich, daß er eher auf immer ſeinem väterlichen Erbe entſagen, als ſich mit den Feinden des Koͤnigs von Frank⸗ reich verbünden würde. Die Leligerds und anderen Unzufriedenen ſahen nach der glänzenden Wiederherſtellung von Artevelde's Ehre und Einfluß kein Mittel mehr, um den Oberhauptmann zu bekämpfen. Viele gaben den Streit ganz auf und