Teil eines Werkes 
5 (1849)
Entstehung
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8 Jakob von Artevelde. man bei dieſem Fürſten den Verſuch, um ihn von der wol Seite des Königs von Frankreich abzuziehen und ihm glüt dadurch zum ruhigen Genuſſe ſeiner Herrſchaft zu ver⸗ nen helfen. Wie ſehr man ſich indeſſen auch bemühte, Alles zuri blieb vergeblich. Was konnte man denn auch von dem ver! verirrten Ludwig hoffen? Hatte er nicht ſeine eigene Me Schweſter, Margaretha von Bretagne, von dem fran⸗ und zöſiſchen Könige angreifen, verfolgen und in gräßliches ſter Unglück ſtürzen laſſen, ohne Muth noch Willen, ihr zu Flo Hülfe zu konnnen? Hatte er nicht die Stimme des Blu⸗ En tes verläugnet zum Vortheile Frankreichs? Es ließ ſich ho⸗ denken, daß dieſer Fürſt ſo blind Philipp von Valois rü⸗ ergeben blieb, aus Furcht, ſeine Grafſchaften Rethel und 4 ſei Nevers, die in Frankreich lagen, zu verlieren. Aber 4 zw Ludwig's Gemüth war zu edel, um ſich bloß von dem loi eigenen Intereſſe leiten zu laſſen. Die wahre Urſache lag or darin, daß er, ſeit ſeiner Kindheit am franzöſiſchen Hofe V erzogen, in der Anſicht herangewachſen war, die Volks⸗ D freiheit ſei etwas Unrechtmäßiges, und jeder Ritter vor w Gott verpflichtet, aus allen Kräften die Erhebung der d Gemeinen zu bekämpfen, als einen Aufſtand gegen die ni Cultur und gegen alles geſetzliche Recht. Er war mit 31 der Tochter eines franzöſiſchen Königs vermählt, und dies er trug wahrſcheinlich nicht wenig dazu bei, ihn in ſeiner e antivlämiſchen Denkart unwandelbar zu beſtärken. 1 r Während der Oberhauptmannſchaft Artevelde's war Graf Ludwig manches Mal nach Flandern gekommen, d ohne daß je die Einwohner noch die Obrigkeit ihm die 1

ſchuldige Ehrerbietung verweigert hätten. Nie jedoch z