Jakob von Artevelde.
„Was ſoll er ſein?“ fiel ihm Ghelnoot in die Rede. „Held oder Märtyrer?“
„Nun, Märtyrer!“ antwortete Artevelde gelaſſen.
Ghelnoot warf ſich jetzt wie ſinnlos auf einen Stuhl und begann bitterlich zu weinen. Doch faßte er noch ein⸗ mal alle ſeine Kraft zuſammen und murmelte:
„Ach, ach! das Opfer iſt gebracht!“
Kaum ſaß Ghelnoot da, ſo hörte man das Geſchrei und Geheul des Volkes vor Ser Geeraerts Teufelsſteen mit entſetzlichem Lärm aufſteigen. Die Thür des Ker⸗ kers ward aufgeriſſen. Maes van Vaernewyck, Pieter Zoetaerde und ungefähr zehn andere Schöffen kamen jauchzend auf den Oberhauptmann zugelaufen, riſſen ihn aus ſeiner Familie heraus und fielen ihm unter allerlei Glückwünſchen um den Hals.
„Aber, lieben Freunde!“ fragte Artevelde,„was bringt Ihr mir denn?“
Der alte Pieter Zoetaerde wollte reden; aber eine Thränenfluth ſtürzte ihm aus den Augen und er konnte kein Wort vorbringen.
„Heil, Heil!“ rief Maes van Vaernewyck mit lau⸗ ter Stimme.„Van Steenbeeke und achtzig andere Le⸗ ligaerds ſind aus dem Lande verbannt! Mher IJakob, unſer Oberhauptmann, iſt unſchuldig, frei, verehrt!”“
Bis jetzt waren Frau Artevelde, Lieven und Ghel⸗ noot wie verſteinert vor Erſtaunen mit vorgeſtrecktem Halſe und weit aufgeriſſenen Augen ſtehen geblieben. Als ſie aber jetzt die Verkündigung von des Oberhaupt⸗ manns Unſchuld aus dem Munde des Oberſchöffen ge
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