Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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110 Jakob von Artevelde.

war in ſeiner ganzen Haltung etwas Großes, etwas Ehr⸗ furchtgebietendes, in ſeinen Worten etwas Mächtiges, das ſeine Gattin in Erſtaunen ſetzte und ihr Herz mit Freude füllte; denn ſie war eine Frau, geſchaffen, eine ſolche Heldenſeele zu begreifen. Sie antwortete nicht, aber ſie faltete die Hände und richtete die Augen gen Himmel, als wollte ſie Gott für eine Wohlthat danken.

Artevelde näherte ſich ihr, und ihre Hände löſend, ergriff er eine derſelben und ſagte:

Und Du auch, Katelyne, Du, die wahre Hälfte meines Seins, Du, die ſtets das Feuer der Vaterlands⸗ liebe in meiner Bruſt anfachte....

Ein Geräuſch an der Thüre des Kerkers unterbrach ſeine Rede. Seine Gattin, Veerle und Lieven ſprangen mit einem Schrei der Ueberraſchung auf und ſtarrten zitternd auf den Eingang, in der Meinung, daß ſie den Erfolg der Schöffenverſammlung vernehmen würden.

Ghelnoot van Lens kam in den Kerker geeilt, und nachdem er ſich verſichert hatte, daß die Thür hinter ihm geſchloſſen ſei, ſagte er entſetzt und haſtig zu Arte⸗ velde:

Was ich Euch zu ſagen habe, Oberhauptmann, ſoll kurz ſein. Mher Zoetaerde hat mich eben auf der Hoogpoort aufgeſucht. Er hatte bereits eine Stunde plaidirt; aber es hat nichts geholfen. Mher van Vaer⸗ newyck hatte begonnen; doch ſcheint es, als ob man von dieſem Verſuche auch nichts erwarten darf. Eure Feinde ſind zahlreich und werden wahrſcheinlich die Mehrzahl haben; Ihr werdet verurtheilt werden..... 4

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