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Jakob von Artevelde.
Vaters? Habe Dank, liebes Kind! aber um Gottes willen, verſcheuche dieſes Bangen aus Deiner Bruſt. Glaube mir, wir haben keine Urſache, ſo verzweif⸗ lungsvoll zu trauern über das, was geſchehen iſt und geſchehen kann.“
Veerle lachte plötzlich in ihren Thränen und fragte mit froher Ueberraſchung:
„Wirſt Du denn über Deine böſen Feinde ſtegen, Vater? Wirſt Du wieder Oberhauptmann werden? O, dann würde ich gewiß zu Unſerer Lieben Frau zur Linde wallfahrten und ihrem gnadenvollen Kindlein meine goldenen Ketten um den Hals hängen.“
„Ich will Dich nicht hintergehen, liebes Kind,“ ant⸗ wortete Artevelde.„Es iſt mir unmöglich, mit einiger Sicherheit zu errathen, was der Beſchluß der Schöffen ſein wird; aber wie der Ausſpruch auch ſich geſtalte, befreit werden wir jedenfalls und uns erwarten noch frohe Tage.“
„Ich begreife Dich nicht, Vater!“ ſagte Veerle.
„Denke Dir,“ war die Antwort,„daß man mich aus meinem Vaterlande verbanne. Gott kann das zu⸗ laſſen, mein Kind.“
„Wehe! Wehe!“ ſeufzte die Jungfrau.
„Ach, nein!“ fuhr Artevelde fort,„Du irrſt Dich, Veerle; es würde eine Wohlthat ſein, die man uns er⸗ wieſe. Was für ein Leben führen wir hier in Gent! Dein Vater iſt oft Wochen lang auf Reiſen, und ihm nicht die Zeit vergonnt, einige Stunden jeden Monat die Sorgen der Regierung in der ſüßen Geſellſchaft ſei⸗ ner Familie zu vergeſſen. Er kämpft gegen Aufruhr und


