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Jakob von Artevelde.
und Lieven in Artevelde's Kerker getreten war, wo er ſich mit beſcheidener Ehrfurcht von ihr beurlaubte, die Thüren draußen ſchloß und zu ſeiner Wache zurück⸗ kehrte.
Das Gemach, in welchem der Oberhauptmann ge⸗ fangen ſaß, ging mit zwei Fenſtern auf die Niederſchelde hinaus und erhielt Licht genug, um nicht als ein Ker⸗ ker betrachtet zu werden. Auf dem großen Heerdſteine brannte Feuer; Tiſche und Stühle ſtanden überall ver⸗ theilt, und alle Bequemlichkeiten, welche man einem Ge⸗ fangenen gewähren kann, waren hier durch die Fürſorge des Oberſchöffen zu Artevelde's Verfügung geſtellt. Es war ihm gleichfalls verſtattet worden, täglich ſeine Fa⸗ milie und einige vertraute Freunde zu empfangen, dieſe Letzteren unter dem Vorwande, daß er ſeine Vertheidi⸗ gung mit denjenigen Mitgliedern bereden ſolle, welche ſich angeboten hatten, für ihn das Wort zu führen. Auf die Bitte des Oberſchöffen hatte er den alten Pieter Zoetaerde gewählt, um gegen ſeine Ankläger aufzutreten, und dieſem demgemäß alle Aufzeichnungen und Erläute⸗ rungen mitgetheilt, aus welchen ſeine Unſchuld hervor⸗ ging. Seine Vertheidigung ſollte ſich aber nicht darauf beſchränken; der vornehmſte Redner zu Gunſten des Oberhauptmanns ſollte ſein treuer Freund, Maes van Vaernewyck ſelber ſein, und um deſſen Beredtſamkeit deſto mehr Kraft zu geben, derſelbe als Vorſitzender erſt nach allen anderen Rednern auftreten. So hatte der Oberſchöffe den Plan der Vertheidigung des Oberhaupt⸗ manns entworfen.


