Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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84 Jakob von Artevelde.

möchte, als der Engel der Poeſie und der Begeiſterung ihn an der Hand führte, um Allem auf Erden zauberi⸗ ſche Farben und tröſtende Stimmen zu verleihen. Dann, dieſe peinliche Erinnerung verſcheuchend, erwog er, was die bittere Wirklichkeit ihm gelaſſen hatte. Veerle ſchmach⸗ tete dahin an einem unbeſieglichen Leiden des Herzens. Verleumdung und Verfolgung hatten ſie wie eine arme Blume auf ihrem Stengel geknickt. Sie war bleich, ma⸗ ger und hinſterbend. Seine Liebe hatte ihr nur Jammer gebracht. Was auch Artevelde's Schickſal ſein mochte; ihr Leben mußte fortan ohne Zweck und Beſtimmung bleiben. Sie war zu einer ewigen Jungfrauſchaft ver⸗ dammt; denn niemals würde ihr Vater in ihre Ver⸗ mählung willigen. Schon waren für beide Liebende die ſchönſten Jahre ihres Lebens vorüber— das Alter mußte ſie unvermählt finden; der Tod konnte vielleicht ſeine Senſe zwiſchen ſie legen, ehe der Segen eines Prieſters ihre Belohnung ward für ſo viele Standhaftigkeit, für ſo unausſprechliches Leiden.

Endlich war nun der Tag erſchienen, an welchem die Schöffenbank ihre Entſcheidung zwiſchen dem Oberhaupt⸗ manne und deſſen Feinden abgeben ſollte. Lieven hatte auf dem Grabe ſeiner Mutter gebetet, um Gott ſeine Angſt zu klagen und ihn um Hülfe für den unſchuldigen Helden anzuflehen. Aber was auch der Beſchluß der höch⸗ ſten Weisheit ſein mochte, für den unglücklichen Jüng⸗ ling blieb doch nichts übrig, als Schmerz und Leid. Sein Vater hatte ſich offen gegen den Oberhauptmann erklärt, und wie er ſich gegen ſeinen Sohn rühmte, war er das

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