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Jakob von Artevelde.
gunſt und Rachſucht ſchienen die einzigen Triebfedern ſeiner Thaten zu ſein. Jetzt, wo der Oberhauptmann gefangen war und ſeine meiſten Freunde denſelben ver⸗ ließen, hatte Lievens Vater die Maske abgeworfen, und rühmte ſich, Falſchheit, Verleumdung und Ehrenſchän⸗ dung angewandt zu haben, um Artevelde in den Ab⸗ grund zu ſtürzen, um deſſen Platz einzunehmen! Und er wollte, daß ſein Sohn an dieſer ſchnöden Undankbarkeit, an dieſer ſchändlichen Verrätherei gegen den großen Bür⸗ ger Theil nehme! Er hatte ihm ſelbſt gerathen, Veerle's Liebe zu misbrauchen, um ihren Vater verderben zu hel⸗ fen. Wie würde der unglückliche Lieven Gott gedankt haben, wäre es ihm verſtattet geweſen, für das Betra⸗ gen ſeines Vaters auch nur einen Schein der Entſchuldi⸗ gung zu finden! Aber er hörte und ſah jetzt täglich, daß alle Hoffnung ihm verſagt war und ſein blutendes Herz vielleicht auf immer das heilige Gefühl der kindlichen Liebe verlieren würde.
Es war dieſes ſchreckliche Unglück, über welches er ſeit einer Stunde nachſann, während ſeine Augen be⸗ wußtlos die Buchſtaben auf dem Grabſteine ſeiner Mut⸗ ter anſtarrten. Allmählig führte ihm ſein Geiſt noch andere Urſachen zur Verzweiflung vorüber. Er erinnerte ſich der ſeligen Tage ſeiner erſten Jugend, als Veerle's ſüße Liebe ſeinen Lebenspfad mit Blumen des Entzückens und der Freude beſtreute, als die Liebe ſeiner guten Mut⸗ ter wie ein immer blauer Himmel ihn ſchützte gegen Un⸗ gewitter und Schmerzen, als ihm noch nichts verkündet hatte, daß ſein Vater abſichtlich ſchlecht zu handeln ver⸗
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