Jakob von Artevelde.
fangenen er plötz⸗— de offen⸗ XII. glück zu it einem Einige Tage ſpäter am frühen Morgen kniete Lieven und wie Denys hinter der Kirchhofsmauer vor dem Grabe ſeiner er ande⸗ ſeligen Mutter. ſcheinung Einſam und ſchauerlich war der heilige Ruheort, Artevelde beherrſcht von dem Bilde des Gekreuzigten, überſchaut Vaters durch die hohlen Blicke der Schädel, welche aus dem e Mauer Beinhauſe den betenden Jüngling trübe und peinlich an⸗ s ſtehen. zuſtarren ſchienen. Kein Lüftchen beugte die Grashalme; nmit be⸗ die Bienen ſummten friedlich auf den Blumen, deren eeke auf⸗ Kelche über den Gebeinen vergeſſener Todter blühten. jeſer von Die tiefſte Stille herrſchte zwiſchen den Gräbern, obwohl gegangen die Krähen oben rund um den Thurm einander ihr kla⸗ den, und gendes Geſchrei zuſandten und über der ganzen Stadt Auf der ein lärmendes Brauſen hing, wie von einem wühlen— en ange⸗ den Volksſchwarme. Mit geſenktem Haupte, die Augen ſtarr auf den
Gefange⸗ Grabſtein gerichtet, kniete Lieven dort, in einen düſteren mit dem Traum der Verzweiflung verſenkt. Sein gequälter Geiſt erſchelde, hatte ihn an dieſen Ort geführt, um zu beten und Er⸗ aße hin⸗ leichterung zu ſuchen für das Leid, das ihn verzehrte;
aber, unter der Laſt des Schmerzes faſt erliegend, hatte ren;— er ſich hinreißen laſſen durch ein peinliches Nachſinnen, hür des durch das er gänzlich vergaß, wo er ſich befand.
Es waren zwölf Tage vergangen, ſeit man Artevelde in Ser Geeraerts Teufelsſteen eingeſperrt hatte. Wäh⸗ Jakob von Artevelde. IV. 6


