80 Jakob von Artevelde.
blieb und ſeine gerührten Blicke von dem gefangenen Oberhauptmann auf die Menge fallen ließ, ſah er ploͤtz⸗ lich einen Mann, deſſen Antlitz eine teufliſche Freude offen⸗ barte und der im Innern über Artevelde's Unglück zu jubeln ſchien, indem er ihn von Zeit zu Zeit mit einem höhnenden Lächeln betrachtete. Tief verwundet und wie zerſchmettert wandte ſich der arme Lieven nach der ande⸗ ren Seite der Straße, um dieſer abſcheulichen Erſcheinung zu entfliehen. Er wagte nicht einmal mehr nach Artevelde zu ſehen, aus Furcht, das gräßliche Antlitz ſeines Vaters nochmals zu erblicken. Indem er das Haupt an die Mauer eines Hauſes lehnte, blieb er dort wie bewußtlos ſtehen.
Unterdeſſen war Meiſter Jan van Loven damit be⸗ ſchäftigt, im Namen der Stadt Ser van Steenbeeke auf⸗ zufordern, ſeine Wohnung zu verlaſſen. Da dieſer von einem Thurme herab geſehen hatte, was vorgegangen war, ſo machte er keine Schwierigkeit, zu gehorchen, und ließ ſogleich die Pforte ſeines Steens öffnen. Auf der Straße erſcheinend, ward er von dem Oberſchöffen ange⸗ halten und einem Theile der Wache überliefert.
Ser van Vaernewyck gab Befehl, die zwei Gefange⸗ nen fortzuführen. Mher Ghelnoot entfernte ſich mit dem Oberhauptmann nach der Richtung der Niederſchelde, während Ser van Steenbeeke die Sanct Jansſtraße hin⸗ aufgeleitet wurde.
Das Volk theilte ſich in zwei große Schaaren;— jeder Theil folgte einem Gefangenen, bis die Thür des Kerkers ſich hinter Beiden geſchloſſen hatte.
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