Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 79

einen ſicheren Sieg zu entreißen, ſowie ferner, daß er der Nothwendigkeit gehorcht habe, um ſich ſelbſt und den Oberhauptmann mit allen ſeinen Freunden vor Mord zu retten.

Artevelde, der zuerſt ein wenig verwundert war über dieſen unerwarteten Befehl, zog ſein Schwert aus dem Gürtel und überreichte es dem Oberſchöffen. Da er Mher van Lens bebend vor ſich ſtehen ſah, ſagte er zu ihm:

„Alſo Ihr ſeid es, lieber Freund, der mich nach dem Ser Geeraertsſteen führen wird? Habt Dank für Euren Muth, dieſe trübe Bruderpflicht zu erfüllen!“

Ghelnoot warf einen flammenden Blick in Artevel⸗ de's Augen und ſchien mit unterdrückter Wuth eine Frage an ihn zu richten.

„Nein, nein!“ antwortete der Oberhauptmann, ſeine Hand faſſend.„Man hat mich der Tyrannei beſchuldigt; ruhig, mein Freund! gebt meinen Feinden auch nicht ei⸗ nen Schein des Rechts. Das Geſetz befiehlt; ich bin deſſen erſter Diener; ich muß und will gehorchen!“

Verzweifelnd bedeckte der Hauptmann von St. Ni⸗ kolaes ſein Geſicht mit den Händen.

Ohne eine fernere Aufforderung abzuwarten, ſtellte ſich Artevelde zwiſchen die bewaffneten Zunftgenoſſen, um ſich nach Ser Geeraerts Teufelsſteen führen zu laſſen.

In dieſem Augenblicke kam der junge Denys eilig herbeigelaufen. Er hatte eben erſt in ſeiner Wohnung die Nachricht von dem Befehle der Schöffenbank erhalten, und erſchien nun, bleich vor Betrübniß und mit ſchweiß⸗ bedeckter Stirn, in der Oberſcheldeſtraße. Als er ſtehen