78 Jakob von Artevelde.
Mher Ghelnoot war bleich vor Schrecken und gewiß ganz entmuthigt; denn er ſchritt mit niedergeſchlagenen Augen, wie beſchämt, vor ſeinen Leuten her.
Eine Wolke Menſchen folgte den Schöffen, welche ſich augenſcheinlich nach der Oberſcheldeſtraße begeben, um den Beſchluß vor ihren Augen ausführen zu laſſen. Man ſtritt unterweges heftig über die Frage, ob Arte⸗ velde ſich gefangen nehmen laſſen würde oder nicht. Viele behaupteten, er würde Widerſtand leiſten und die Schöffen ſelbſt in Ser Geeraerts Teufelsſteen ſperren; Andere wollten viel Geld wetten, daß er ohne Wider⸗ ſpruch ſich dem Befehle der Schöffenbank unterwürfe.
Geeraert Denys lief raſch dem Haufen nach, um das Schauſpiel von Artevelde's Erniedrigung ungeſtört ge⸗
nießen zu können. Seine Augen glänzten vor Freude;
ſein Herz klopfte vor Entzücken, und ein Gefühl von Glück hatte ſich ſo ſehr ſeiner bemächtigt, daß er in die⸗ ſem Augenblicke ſich ſelbſt und ſeine Herrſchaft vergaß und an nichts dachte, als an den Zorn und die Schmach des Oberhauptmanns.
Gleich darauf erreichten die Schöffen die Oberſchelde⸗ ſtraße, wo Artevelde mit ſeinen Mannen die Wohnung des Ser van Steenbeeke eng eingeſchloſſen hielt. Der Oberſchöffe ging zu dem Oberhauptmanne und zeigte ihm mit ſichtbarer Betrübniß das Pergament, welches den Befehl der Schöffenbank enthielt. Er erklärte ihm zugleich, daß er ſelbſt dieſe Maßregel erſonnen und vor⸗ geſchlagen habe, als ein letztes Mittel, um einen blutigen Aufſtand zu vermeiden und den Anhängern Frankreichs
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