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Jakob von Artevelde. 75
zogen und ſtanden nun dort vor der Wache von Sanct Nikolaes, den Schöffen zurufend, daß ſie den Oberhaupt⸗ mann abſetzen ſollten, und aus allen Kräften über das Unrecht klagend, welches einer obrigkeitlichen Perſon von Gent zugefügt würde.
Ser van Gavere ließ unterdeſſen durch einen Stadt⸗ boten um Einlaß in den Schöffenrath bitten, um, wie er ſagte, dieſen mit den Wünſchen des Volkes bekannt zu machen. Als ihm dies verweigert wurde, ſprang er wie ein Raſender zurück, ſchwang ſeinen Dolch, und ſchrie laut:
„Es iſt Zeit; wer mich liebt, folge mir!“
Die erſte Reihe der Wache von St. Nikolaes ſpannte nun ihre Kreuzbogen und legte die eiſernen Bolzen auf, während die Leligerds ihre Waffen ergriffen und ſich zu⸗ ſammendrängten, um ſich der Wache zu nähern.
Ein Angriff ſchien unvermeidlich. Schon war ein Mann der Wache durch einen heimlichen Dolchſtich ver⸗ wundet und zwei Leliaerds durch Bolzen getroffen, als plötzlich der ganze Schöffenrath in der Pforte des Stadt⸗ hauſes erſchien und ein lauter Trompetenſchall die Maſſe zur Aufmerkſamkeit aufforderte.
Von allen Seiten kam man nun raſch herbeigelau⸗ fen, um zu vernehmen, was der Schöffenrath dem Volke mitzutheilen habe. Der Zudrang ward plötzlich ſo groß, daß an keinen Kampf mehr zu denken war, ſelbſt wenn auch die Neugier der Aufrührer den Angriff nicht unter⸗ brochen hätte.
Der Oberſchöffe, Maes van Vaernewyck, näherte


