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Jakob von Artevelde. 71
was ſie beginnen ſollten, und blickten hoffnungslos um⸗ her, ob Niemand komme, ſich an ihre Spitze zu ſtellen und den Befehl zu führen.
Sobald der König der Ribauden bemerkte, wie ſchlecht es mit dem Aufſtande ausſah, und als er das Unternehmen für verunglückt hielt, verließ er ſeine Leute beim Zand⸗ berge und ging weiter hinunter nach der Tiefe des Neder⸗ polders, wo er Geeraert Denys todtenbleich bei der Nie⸗ derſchelde fand.
„Feiglinge! niederträchtige Feiglinge!“ ſeufzte De⸗ nys, während er vor Wuth mit den Füßen ſtampfte.
„Nun, Meiſter!“ ſagte Muggelyn,„ich finde die Zeit ſchlecht gewählt, um zu ſchelten. Von wem ſprecht Ihr denn? Oder macht Ihr Euch vielleicht ſelbſt Vorwürfe?“
„Wo ſind nun die zweihundert Mann, die Ihr ver⸗ ſprochen habt?“
„Sie ſtehen dort fern!“ antwortete der Ribauden⸗ könig mit einer fröhlichen Gleichgültigkeit, welche Mher Denys zum hoͤchſten Zorne reizte.
„Sie ſtehen dort fern!“ wiederholte der Oberdechant. „Haben ſie deshalb ſo viel Geld bekommen, um zitternd ſtehen zu bleiben im Augenblicke der Gefahr?“
„Sie machen es wie Ihr, Meiſter: ſie warten mit unerſchrockenem Löwenmuthe. Aber ich glaube, unter uns geſagt, daß ſie noch lange warten müſſen,— und wir auch!“
„Iſt die Sache denn ganz verloren? keine Hoffnung mehr auf Sieg? Schon wieder Artevelde! Verdammt! verdammt!“


