Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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68 Jakob von Artevelde.

Ihr ſeid es, der das franzöſiſche Geld ausſtreut; Ihr ſeid es, der, um Gunſtbezeugung und Ehrenämter zu erlangen, ſich an den Fremdling verkauft hat; Ihr ſeid es, der es unternommen hat, heute, ja noch dieſen Mor⸗ gen, das Land Philipp von Valois auszuliefern!“

Während ein ungeſtümes Gewühl auf dieſe Beſchul⸗ digung folgte, rief Ser van Steenbeeke:

„Es iſt Lüge, Falſchheit, was Ihr da ausbrütet, Unverſchämter! Ihr ſchleudert mir eine Herausforderung zu? Ihr vernichtet das Schöffenrecht? Die Schwäche dieſer Verſammlung iſt Eure einzige Macht, nicht wahr? Nun denn, das Volk ſoll entſcheiden zwiſchen uns! Euer Reich iſt zu Ende; der Aufſtand wird Euch vernichten!“

Bei dieſen Worten lief Ser van Steenbeeke die Treppe hinunter.— Artevelde folgte ihm, während der Oberſchöffe die Thüren ſchließen ließ und die Schöffen beſchwor, den Saal in einem ſo wichtigen Augenblicke nicht zu verlaſſen.

Unten angelangt, begab ſich Ser van Steenbeeke mitten unter das Volk und begann laut um Rache zu rufen. Als ob die Menge durch eine Zauberruthe be⸗ rührt worden wäre, ſo wogten die Haufen Volkes plötz⸗ lich furchtbar unter einander, und hier und da ſtieg ein raſendes Rachegeſchrei gen Himmel. Mittlerweile ſtröm⸗ ten aber große Schaaren von Männern aus den nahe liegenden Straßen nach dem Botermarkte, wo van Steen⸗ beeke ſich befand. Man ſah deutlich, daß ſich die Ver⸗

ſchworenen über den Geiſt der Genter Bürger getäuſcht hatten; denn die Mehrzahl zeigte Erſtaunen über das

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