58 Jakob von Artevelde.
gerettet werden; aber man täuſcht Euch, wenn man Euch als ſolches ein Geſetz vorſchlägt, das nichts iſt als eine Vermehrung des allgemeinen Elendes. Das Volk ver⸗ langt erlöſt zu werden von dem tyranniſchen Arme, der erdrückend auf Flandern laſtet. Wollt Ihr das Vater⸗ land retten? Wohlan, ſo brecht ſeine Sklavenfeſſeln! Nehmt dem Oberhauptmanne ſeine Herrſchaft durch einen raſchen Entſchluß! Dieſer Vorſchlag ſcheint Euch zu er⸗ ſchrecken. Ihr fürchtet Euch, ich weiß es wohl, Ihr beugt
auch das Haupt unter ſeiner Macht.... Ihr habt den Muth nicht mehr, um dem Tyrannen die Herrſchaft ſtrei⸗ tig zu machen; Ihr kriecht vor..... 4
Ein Sturm des Unwillens brach bei dieſen Worten aus; alle Schöffen ſtanden zugleich auf; ein Theil der⸗ ſelben that es, um ſeinen Zorn über van Steenbeeke's höhnende Worte auszuſprechen, der andere, um durch den Ruf:„Er hat Recht! es iſt wahr, wir werden un⸗ terdrückt, wir kriechen!“ die Beſchuldigung gegen Arte⸗ velde zu unterſtützen.
„Es iſt eine Schande!“ rief ein Schöffe plötzlich dem Oberhauptmanne zu.„Ihr ſprecht immer von Liebe zum Vaterlande, und jetzt, da Euer Abtreten allein es retten kann, opfert Ihr es, um Euch Eure Macht zu erhalten. Wenn die Herrſchſucht Euch nicht verblendete, ſo würdet Ihr freiwillig ein Amt niederlegen, das Ihr doch verlie⸗ ren müßt. Reicht Eure Entlaſſung ein, wenn noch ein Funke Edelmuth unverlöͤſcht in Eurem Herzen ſich findet!“
Ein ſtilles Lächeln war die Antwort des Oberhaupt⸗ manns; aber in dieſem Lächeln zeigte ſich ſo viel Ruhe
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