Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 57 ſcheint durch den Haß, wenn Jeder unzufrieden iſt, wenn Geſetzloſigkeit und Aufruhr herrſchen, ſo trägt der Ober⸗ hauptmann allein die Schuld, daß das Vaterland dem Verderben zueilt. Dadurch, daß er ſich über das Geſetz ſtellt und ſeine Hauptleute in Weſtflandern ungeſtraft jede Willkür ausüben läßt, hat er die Gemüther erbit⸗ tert; dadurch, daß er den Gemeinen auf dem platten Lande Lerſprach, er wolle ihnen gegen die großen Städte Vorſchub leiſten, hat er ihnen den Muth gegeben, einen blutigen Aufſtand zu wagen; dadurch, daß er das Volk aufhetzte gegen unſern geſetzlichen Fürſten und dieſen verhaßt machte, hat er Flandern in einen immerwähren⸗ den Zuſtand der Umwälzung gebracht und es niederge⸗ worfen unter ſeinen hochmüthigen Willen. Er iſt es alſo, der ſelbſt all das Böſe gebraut hat, welches uns dieſe Leiden verurſacht und uns mit dem Untergange Flan⸗ derns bedroht. Wunderlicher Wahn! Er ſtürzt das Land in Geſetzloſigkeit, ruft ein allgemeines Verlangen nach Veränderung hervor, zieht ſich den Haß und die Ver⸗ achtung des Volkes zu— und nun, da er ſieht, daß der eiſerne Scepter ihm entſchlüpfen will und daß er das Feuer, welches er ſelbſt entzündet hat, nicht länger be⸗ zwingen kann, wagt er es in der Verſammlung der Schöffen von Gent, das Opfer des einzigen Gutes, das uns noch bleibt, zu verlangen, das Opfer des letzten Scheines unſerer Freiheit! Wozu? Um den vlämiſchen Bürger ſo tief in den Staub zu treten, daß deſſen Kla⸗ gen unhörbar werden?— Ja, meine Herren! es iſt wahr, Flandern kann nur durch ein gewaltiges Mittel