Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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5² Jakob von Artevelde.

ohne Gefahr, doch mindeſtens neben der Erhaltung des allgemeinen Friedens und der Wohlfahrt des Landes be⸗ ſtehen können. Aber in Zeiten der Verführung, wo, wie es jetzt geſchieht, die Volksrechte eine gefährliche Waffe werden in den Händen der Feinde der Volksrechte ſelbſt, wo es ſich fr das Vaterland darum handelt, ob es er⸗ halten werden oder zu Grunde gehen ſoll, dann müffen die Geſetzgeber Kraft genug beſitzen, um Jeden auf ſeine Pflicht aufmerkſam zu machen und die Bosheit zu zügeln, ſelbſt auf die Gefahr hin, ſich dadurch den Haß von ei⸗ nem Theile des Volkes zuzuziehen.— Ich begreife wohl, daß Einige von Euch vor einer Handlung ſich zurückzie⸗ hen, welche ſie als gewaltſam betrachten, weil ſie nicht von der Wahrheit durchdrungen ſind, daß die Nothwen⸗ digkeit ein eiſernes Geſetz iſt, welches alle anderen Geſetze aufhebt. Dieſen ſage ich: Seht, im ganzen Flandern reizt man zum Aufruhr; man bereitet einen allgemeinen Aufſtand gegen die großen Städte vor, ſcheinbar um die Vorrechte der Weberei zu vernichten, wirklich aber um uns geſchwächt und machtlos Frankreichs Herrſchſucht preiszugeben; überall wird Haß und Zwiſt geſäet; keine Woche vergeht, in der nicht funfzig Mordthaten auf Flanderns Boden begangen werden, in Folge von Strei⸗ tigkeiten über die Verhältniſſe des Landes; ganze Ge⸗ meinen ergreifen die Waffen und führen blutige Fehden mit einander; überall verachtet man die Obrigkeit und die Geſetze; ganz Flandern ſcheint ſich aufzulöſen, um die Ankunft eines Zwingherrn, um eine neue Unter⸗ jochung des Vaterlandes vorzubereiten und unvermeid⸗

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