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Nach einigen Augenblicken ſtand Artevelde von ſei⸗ nem Seſſel auf. Die Verſammlung wandte in tiefer Stille die Augen auf ihn. Er ſprach mit ruhigem Tone:
„Meine Herren Schöffen! Nur ungern ſehe ich mich gezwungen, Euch heute ein Geſetz vorzulegen, das, we⸗ nigſtens dem Scheine nach, die unbeſchränkte Freiheit verkürzt, welche wir auf Koſten unſeres Blutes gewon⸗ nen haben. Vielleicht werden Einige unter Euch mit mir die Nothwendigkeit dieſes Geſetzes bedauern; aber ich bitte ſie zu bedenken, daß man in Zeiten der Gefahr die Erhaltung des Vaterlandes über Alles ſtellen muß und ſich nicht zurückhalten laſſen darf durch den Gedanken, daß jeder einzelne Bürger für dieſe Erhaltung etwas von ſeinem perſönlichen Rechte aufzugeben habe.“
„Von welcher Gefahr redet Ihr denn?“ rief Willem Dejonckere, ein Leliaerd, abſichtlich um den Oberhaupt⸗ mann zu unterbrechen.
Dieſer fuhr fort, ohne ſich um die Unterbrechung zu kümmern:
„Nichts, meine Herren, iſt gefährlicher für die Frei⸗ heit, als die Ausübung der Freiheit ſelbſt, wenn dieſe nicht durch Geſetze geregelt wird, die ihren Misbrauch verhindern können. Ich verlange nicht die Macht, um jedem Bürger zu wehren, für ſein eigenes Intereſſe und nach ſeinem eigenen Gutdünken zu thun, was er wolle und wie er es wolle, ſo lange ſeine Handlungen nicht der Gemeine oder dem Vaterlande Schaden bringen; was ich Euch vorſchlage, iſt nicht die Verkürzung der vollen Freiheit, zu thun, was gut und vortheilhaft iſt,
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