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Jakob von Artevelde. 43
Am Tage nach der letzten Zuſammenkunft der Ver⸗ ſchworenen, lange vor der beſtimmten Stunde, ſtanden bereits kleine Haufen Zunftgenoſſen bei dem Belfroot und weiter den Botermarkt hinauf, in der Richtung des Schöffenhauſes. Je näher die Stunde heranrückte, deſto größer ward der Zufluß des Volkes. Ungefähr um halb zehn Uhr füllten ſich die Hoogpoort, die Sanct Jans⸗ ſtraße und die Stege⸗ten⸗Putte mit Bürgern jedes Standes und Alters.
Der Ribaudenkönig ging hin und wieder, mit un⸗ gefähr zehn ſeiner Mannen, und hielt ſich vorzugsweiſe an der Seite des Nederpolders, wo Pieter Taggelinck, ſcheinbar gleichgültig, an die Ecke des Zandberges ge⸗ lehnt ſtand.
Man konnte auf allen Geſichtern leſen, daß Jeder ein wichtiges Ereigniß vorher ſah, obwohl ſehr Wenige die wahre Urſache von dieſem Zuſammenlauf des Volkes vermuthen konnten. Allerdings hatte die Ankündigung von Artevelde's Vortrage über Zuſammenrottungen, Aufruhr, Zwiſtigkeit und Mord eine gewiſſe Aufregung im Volke hervorgebracht, erſtlich, weil die Zunftgenoſſen, welche ganze Tage in den Tabernen zubrachten, die Furcht hegten, bei dem mindeſten Zanke ſtreng beſtraft zu wer⸗ den, und zweitens, weil man durch Aufhetzung einen großen Theil der Einwohner hatte glauben machen wol⸗ len, daß dieſes neue und ſehr harte Geſetz der Freiheit der Bürger Abbruch thäte und keinen anderen Zweck habe, als Artevelde eine unbeſchränkte Macht zu ver⸗ leihen, um Jeden, der nicht in Gunſt bei ihm ſtand,


