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Jakob von Artevelde.
Gewölbes ebenſo wie die Kiſte ward mit drei Schlüſſeln verſchloſſen, von denen die Dechanten der Weberei, der Walkerei und der kleinen Zünfte jeder einen hatte, ſo daß man niemals die Privilegien der Stadt ſehen konnte, ohne daß dieſe Drei gleichzeitig dabei geweſen wären. Wer in dieſes Heiligthum der Gentiſchen Freiheit ohne Erlaubniß der Gemeinde zu treten wagte, oder welcher Dechant Jemanden ungeſetzlich hineinließ, der ward ohne Gnade und Aufſchub mit dem Tode beſtraft.
Unter dem Dache des Thurmes hing der gefürchtete Roland oder die Sturmglocke, bei welcher Tag und Nacht gewacht wurde. Ihre mächtigen Klänge, durch welche ſie ankündigte, daß die Freiheit oder die Unabhängigkeit be⸗ droht werde, ließen alle Bürger raſch zu den Waffen greifen und nach dem Freitagsmarkte eilen, um ſich zu dem Fähnlein ihrer Gilde zu geſellen.
Oben auf dem Thurme wachten die Stadttrompeter, die nach allen Seiten hinausblickten, um auf den Fel⸗ dern zu entdecken, ob ſich nicht gewaffnete Banden der Stadt näherten.
Jede freie Gemeinde beſaß ſolchen Wachtthurm, nicht allein als Bewahrungsort für ihre Privilegien, ſondern auch als ein Denkmal ihrer Befreiung und einen Beweis ihrer Unabhängigkeit. Gab es gleich wenige Städte, die einen Belfroot aufzeigen konnten, ſo groß und ſo trotzig wie der Belfroot von Gent, ſo gab es auch keine, die ſich neben ihr ſolcher Freiheiten, ſolcher Macht und ſolches Reichthums rühmen durften.
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