Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

XI.

Das alte Stadthaus, das man damals das Schöffen⸗ haus der Keure und des Gedeele nannte, ſtand mit ſei⸗ nem Giebel auf der Hoogpoort. Es war ein ungemein großer Steen, mit einem vorſpringenden Thurme an je⸗ der Seite, und man ging durch eine ziemlich niedrige Pforte hinein, deren Flur nicht höher als die Straße war. Uebrigens unterſchied ſich das Schöffenhaus von den gewöhnlichen Steenen der edlen Geſchlechter nur durch ſeine Größe. Einige Schritte davon ſtreckte der weitberühmte Belfroot(Glockenthurm) von Gent ſeinen ſchweren Rumpf himmelwärts und beherrſchte wie ein ewig wachender Rieſe die ganze Stadt. Eigenthümlich waren die rohen Formen dieſes Ehrfurcht gebietenden Baues, deſſen Beſtimmung die Einwohner freier Ge⸗ meinen allein begreifen konnten. Ein breiter viereckiger Thurm, ohne irgend ein dazu gehöriges Nebengebäude, erhob ſich pfeilrecht aus dem Boden. In den felſenarti⸗ gen Mauern hatte man nur hier und da einige kleine Fenſter oder ein Guckloch aufgeſpart, während die ſehr kleine Eingangsthür vermuthen ließ, daß dieſes ſteinerne Haus nicht zu einem gewöhnlichen Wohnplatz der Men⸗ ſchen diene. In ſeinem Innerſten war ein ſtarkes über⸗ wölbtes Gemach, welches man das Geheim nannte, und wo die Urkunden der Stadtfreiheiten und Vorrechte in einer eiſernen Kiſte bewahrt wurden. Die Thür dieſes