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38 Jakob von Artevelde.
„Ihr kommt gewiß vom Oberhauptmann? Er ver⸗ muthet doch nichts von unſerer Sache morgen?“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete Lieven gleichgültig, und ohne irgend etwas Böſes zu argwohnen.
„Wo müßt Ihr mit Euren Mannen ſtehen, Lieven? Begebt Euch auf die Hoogpoort; ich werde mich in der Saeiſtege halten. So können wir einander helfen, wenn der Kampf zu heiß wird, und auch am beſten ſehen, wenn Ser van Steenbeeke das Zeichen giebt, um den Aufſtand zu beginnen. Kommt etwas früher als um zehn Uhr; wir ſind die Jüngſten und müſſen uns daher als die erſten zeigen! Vor eilf Uhr wird indeſſen das Spiel nicht in Gang kommen; denn die Beſchuldigung kann wohl eine Weile dauern.“
Lieven wußte nicht, was er aus Jan Sporrelinck's Worten machen ſollte, und horchte ihm wie verwirrt zu, ohne zu antworten.
„Hat man Euch vielleicht einen andern Platz ange⸗ wieſen?“ fragte dieſer.
„Ich weiß gar nicht, was Ihr ſagen wollt,“ ſprach Lieven verwundert.„Ein Kampf? ein Aufſtand? mor⸗ gen? um zehn Uhr? bei der Hoogpoort?“
„Aber, Lieven, gegen mich braucht Ihr Euch ja nicht zu verſtellen!“
„Ich weiß von nichts,“ wiederholte der junge Denys.
„Nun, nun! Es iſt bekannt genug, daß Ihr aus einer vorſichtigen und ſchlauen Familie ſtammt, Lieven. Uebrigens ſcheint es mir unnütz, daß Ihr Euch weigert, mit mir, als Eurem Genoſſen, ein Wort über die Sache
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