Jakob von Artevelde.
Der Oberdechant verließ das Wallthor und ging den Kauter hinauf. Trotzdem, daß es ein ſehr düſterer Abend war und Niemand ihn erkennen konnte, verbarg er doch ſein Geſicht in der Kappe und ging mit raſchem Schritt über die Fremineurenbrücke bis in die Wagenaers⸗ ſtraße, wo ein dunkler Menſchenſchatten unbeweglich vor einer Thür ſtand. Der Oberdechant ging gerade auf den Schatten zu und ſagte mit leiſer Stimme:
„Erlöſung mit Gottes Hülfe!“
Bei dieſem Worten ſteckte der ſtumme Wächter einen Schlüſſel in die Thür und ließ den Oberdechanten eintreten.
Dieſes Haus ſchien Geeraert Denys nicht unbekannt zu ſein; denn er ſchritt ohne Zögerung durch einen dun⸗ keln Gang, bis in einen kleinen Hof. Dort änderte er ſeine Richtung und klopfte etwas weiter zur Linken an eine Art von Hinterhaus, deſſen Thür ihm ſogleich ge⸗ öffnet wurde.
Ungefähr zwanzig Männer ſaßen hier in einem ziem⸗ lich geräumigen Gemach um einen Tiſch. Eine einzige Lampe hing von der Decke herunter, bei deren Scheine man die Anweſenden nicht würde haben erkennen kön⸗ nen, hätte nicht das Feuer, das in dem weiten Kamine flammte, das Zimmer und Alles, was ſich darin befand, mit einer eigenthümlichen rothen Gluth erleuchtet.
In dem Augenblicke, als der Oberdechant eintrat, ſchien die Berathung bereits geſchloſſen zu ſein; denn Viele gaben ihren Unwillen zu erkennen, als ſie Mher Denys erſcheinen ſahen. Seine Freunde ſtanden auf und
drückte!
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