Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

nicht an den Leib kann, und daß, wenn Cuer bezahlter Dolch dieſem nur eine Schramme in's Geſicht machte, er am andern Tage in die Hölle fahren würde, wohin Ihr um Eurer großen Tugend willen gehört.

Der Oberdechant zitterte bei dieſen Worten ſo ſehr vor Zorn und Angſt, daß er ſich mit der Hand an einen Stuhl lehnen mußte.

Verräther! rief er,Eure falſche Zunge hat alſo mein Haupt auf die Wagſchale gelegt! Ihr habt Euren feierlichen Eid gebrochen. Was wird die Folge ſein, wenn unſer Anſchlag nicht glückt? Ich werde durch Henkershand vielleicht enthauptet, oder mit den Meini⸗ gen verbannt, entehrt, für immer vernichtet. Euch trifft unfehlbar daſſelbe Schickſal. Ach! hättet Ihr dieſe Un⸗ treue nicht an mir verübt, ſo konnten wir noch oft ohne Gefahr den Kampf wagen, mit der Gewißheit, doch am Ende den Sieg zu gewinnen. Jetzt iſt meine Macht ver⸗ nichtet. Wenn der Anſchlag morgen nicht vollkommen glückt, wird der Oberhauptmann Hand an uns legen, und das Geheimniß, das Ihr ſo ſchändlich ausgeplaudert habt, erfahren und alle ſeine Feinde treffen. Dann wird ſich ihm kein Hinderniß mehr auf ſeiner Bahn entgegen⸗ ſtellen und er ruhig den Fuß auf den Nacken des Volks ſetzen; denn die Vertheidiger der Freiheit werden zer⸗ ſchmettert ſein. Gott, Gott! vielleicht wird er dann in der That Graf von Flandern.

Bei dieſen Worten ließ der Oberdechant das Haupt langſam auf die Bruſt ſinken, und obwohl der bitterſte Neid und der feurigſte Zorn ſein Antlitz noch entſtellten,