20 Jakob von Artevelde.
„Aber Ihr täuſcht Euch, Mher Denys!“ antwortete der Ribaud.„Es ſind ſehr wackere Geſellen, die auch zu den Unſrigen gehören und auf Euren Befehl durch's Feuer gehen würden, wenn es nöthig wäre. Nicht wahr, Jan? Nicht wahr, Steven? Leben und Blut ſtellt Ihr unſerem edelmüthigen Freunde und Herrn Mher Denys zur Verfügung!“
Die beiden Ribauden bezeugten dem Oberdechanten ihre Ergebenheit mit mehr als gewöhnlichem Eifer, und ſagten Worte, welche, obſchon äußerſt ſchmeichelhaft und demüthig, Mher Denys plötzlich erbleichen und vor Angſt und Zorn zittern machten. In der größten Unruhe wie⸗ derholte er als einen entſchiedenen Befehl, daß er mit dem Ribaudenkönige allein ſein wolle.
Muggelyn gab ſeinen Leuten ein Zeichen fortzugehen. Denys folgte ihnen bis zu der Thür, die er hinter ih⸗ nen zuſchloß, worauf er wüthend zu dem Könige der Ribauden zurückkehrte und ihm mit erſtickter Stimme zurief:
„Elender! Ihr habt alſo meinen Namen verrathen; Ihr habt zu Euren Ribauden geſagt, daß ich, der Ober⸗ dechant der Gilden von Gent, das Haupt des Aufſtandes ſei. Habt Ihr denn vergeſſen, Unglücklicher! daß ſeit Monaten ein muthiger Dolch bezahlt iſt, um Euch heim⸗ lich zu ermorden bei dem mindeſten Verrath?“
„Ha, ha!“ ſpottete der Ribaud, aufſtehend.„Mug⸗ gelyn lacht über Euren Dolch ebenſo, wie über Euer thörichtes Aufbrauſen. Euch iſt auch nicht unbewußt,
Mher Denys, daß man dem Ribaudenkönige ſo leicht


