Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde.

Diejenigen, welche daher eine Urſache zu haben glaub⸗ ten, mit dem Oberhauptmanne unzufrieden zu ſein, bil⸗ deten indeſſen die Minderzahl und konnten allein den Schlag nicht mit Sicherheit wagen; aber ſie hofften, daß Viele, die jetzt noch zweifelten, ſich zu ihnen ſchlagen würden, ſobald man ſie durch einen kräftigen Streich überzeugte, daß Artevelde's Einfluß wanke, und daß er bald, ſo wie das Volk gegen ihn aufſtehe, ſtürzen würde.

Geeraert Denys behauptete, die Zeit ſei noch nicht gekommen, um dieſen entſcheidenden Streich zu wagen; Ser van Steenbeeke dagegen, der muthigſte und redlichſte Feind Artevelde's, wollte von keinem Aufſchube mehr wiſſen, und erklärte, daß er allein den Kampf gegen den Oberhauptmann beginnen würde, wenn die anderen Verſchworenen ihm ihre Hülfe verweigerten.

Seine Stellung als Schöffe und Ritter und ſein Ein⸗ fluß bei dem Grafen, deſſen Günſtling er war, gaben ihm Macht genug über die Anhänger des Fürſten, um ſie dahin zu bringen, daß ſie ſeinem Rathe Folge leiſte⸗ ten. Geeraert Denys ſah ſich demgemäß gezwungen, wider ſeinen Willen an dem gefährlichen Verſuche, den man vorhatte, Theil zu nehmen; denn glückte derſelbe ohne ſeine Mitwirkung, ſo blieb ſein glühender Ehrgeiz auf immer unbefriedigt, da ein Anderer in dieſem Falle die Macht des Oberhauptmanns erben würde. Oben⸗ drein ſchienen ſeit einigen Tagen die Angelegenheiten für Artevelde's Feinde eine günſtigere Wendung zu nehmen. Man hatte noch drei Schöffen gewonnen, welche im Fall der Noth ſich gegen die Herrſchaft des Oberhauptmanns

Jakob von Artevelde. IV. 2