Teil eines Werkes 
4 (1849)
Entstehung
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Jakob von Artevelde. 13

lich beizulegen und die Städte zu bewegen, ihre Privi⸗ legien nicht ſo ſtreng auszuüben, es glückte ihm nicht; ſeine Feinde ſchürten den Haß ſo ſehr, daß die Vlämin⸗ ger im Begriff ſchienen, ſich in langem Kampfe unter einander zu ermorden.

Da der Oberhauptmann in Allem dem Willen der Schöffen von Gent unterworfen war und er ſich in kei⸗ nem Falle der Ausführung eines geſetzlichen Rechtes wi⸗ derſetzen konnte, ſo ſah er ſich genöthigt, den Forderun⸗ gen der großen Städte nachzugeben, und fühlte ſich um ſo mehr dazu angetrieben, weil die Franzöſiſchgeſinnten ſich mit den Unzufriedenen der kleinen Gemeinen verbun⸗ den hatten und ſich anſchickten, unter dem Vorwande dieſes gewerblichen Streites einen allgemeinen Aufſtand zum Vortheile der franzöſiſchen Politik herbeizuführen. Da die hochſte Gefahr drohte und deren Abwehrung ei⸗ nen ſtarken Willen forderte, ſo ſandte er ſeinen Haupt⸗ leuten in Weſtflandern, wo die Unruhen ihren Mittel⸗ punkt hatten, die ſtrengſten Befehle, jeden Aufruhr un⸗ mittelbar zu unterdrücken und ohne Anſehen der Perſon diejenigen zu beſtrafen, welche man mit den Waffen in der Hand antreffen würde. Binnen Kurzem wurden viele Unzufriedene und Aufhetzer erſchlagen oder gefangen ge⸗ ſetzt und durch die gewöhnlichen Gerichtshöfe zur Ver⸗ bannung verurtheilt; die Hauptleute in den weſtlichen Provinzen vollzogen Artevelde's Gebot mit einem Eifer, der vielleicht noch über ſeine Wünſche hinausging; denn man beſchuldigte ihn öffentlich der Grauſamkeit. Wahr⸗ ſcheinlich war dieſer Vorwurf eine neue Liſt der Feinde